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Curriculum Übersicht
Das Ego ist ein künstliches Produkt und hat nichts mit un- serem wahren Selbst zu tun. Wir betraten als leeres Blatt diese Welt, wir hatten ein authentisches Selbst. Nach und nach wird dieses Blatt voll geschrieben, von den Eltern, der Schule, den Freunden, den Lebenspartnern, den Religionen, der Gesellschaft, den Medien usw. usw...
 
Daraus wird allmählich
eine Bedienungsanleitung zur Funktionalität innerhalb der Gesellschaft, die jedes Jahr im- mer dicker wird. Wir funktionieren - aber leider zu neunzig Prozent so wie das andere von uns erwarten bzw. wie wir denken dass andere es von uns erwarten. Eigentlich sind wir nur Verhaltensmuster, vereinheitlicht und oft unglücklich.
 
Deshalb müssen wir uns darüber im Klaren sein
, dass wir nicht so sind wie andere es von uns erwarten und daß wir auch niemals so sein werden, wie wir es gerne hätten! So wie wir gerne wären ist ein Trugbild - es ist nur der Spiegel der Erwartungen der Anderen.
 
Das Ego beurteilt ständig, ob etwas gut oder schlecht ist, ob es gerade "in sein Schema passt". Dabei verglicht es stets, was es einmal gehört, gelesen, gelernt oder selber erfahren hat. Dazu kommen noch "die äusseren Umstände" und "subjektive Befindlichkeiten". "Gut " oder "schlecht" sind oft nichts anderes als zeitlich begrenzte Bewertungen - sie bilden die Summe aus vielen Faktoren zu einem bestim- mten Zeitpunkt. Gut oder schlecht sind somit sehr labil!
 
Ego ist eine Sache des Kopfes, das Denken hält es am Leben und nährt es. Je weniger wir im Kopf sind, desto bewusster sind wir, denn Bewusstheit ist der Feind des Ego. Wie aber  kommen wir aus dem Kopf raus? Wir gehen z.B. dahin, wo es kein Ego gibt: in den Körper!  Wir können also das Ego austricksen, in dem wir unsere Aufmerksamkeit z.B. auf unseren Körper richten. Es gibt gute Werkzeuge dafür, z.B. Meditation (Tantra), Yoga oder Sex.
 
Tantra sagt:
schmeiss Dein Ego weg, wisch den Schleier bei- seite, damit Du herausfindest was Du wirklich bist. Buddha vergleicht das Ego mit einer Zwiebel, die geschält werden muss. Nimm eine Schale weg, dann die nächste bis zur letz- ten, dann bleibt nichts mehr übrig was den Blick auf Dein Innerstes versperrt. Dann gibt es nur noch Bewusstsein pur!
Das Ego besteht vollkommen aus Vergangenheit - es ist ein trügerisches Identitätsgefühl, das sich in dem Wort ICH manifestiert hat. Albert Einstein bezeichnete es als die "optische Täuschung des Bewusstseins". Dieses Ich beginnt mit einem Wortlaut: das Kind bekommt einen Namen und damit nimmt die Indentifikation ihren Lauf, der Name ist der Anfang der Illusion.
 
Im Folgenden entstehen weitere Identifikationen:
MIR und MEIN - die Identifikationen mit den Dingen oder besser "was diese Dinge repräsentieren". Dinge werden zum Teil der Ich-Identität, aus einem Spielzeug wird später ein Auto, ein Haus etc. Diese Dinge fügen dem Ich etwas hinzu, wie es sich selbst sieht oder von Anderen gesehen wird und somit eine Aufwertung erfährt. Dinge sind also nichts anderes als Identitäts-Verstärker.
 
Die Ich-Identiät geht weiter: die Identifikation mit dem Geschlecht, mit Rasse, Nationaliät, Religion, Beruf. Hinzu kommen die Rollen als Mutter, Vater, Ehefrau und -mann, mit erworbenem Wissen, Meinungen, Vorlieben und Abnei- gungen, aber auch mit Dingen, die "mir" in der Vergangen- heit widerfahren sind und an die ich "mich" erinnere, so dass ein Gefühl von "ich und meine Geschichte" entsteht. Ein
Identitäts-Gefühl also, das nur lose zusammen gehalten wird dadurch, daß sie dem Ich-Gefühl zugeordnet wurde.
 
Diese mentale Konstrukt meinen wir meistens, wenn wir
Ich sagen. Dazu kommt, daß sich die meisten Menschen mit dem Gedankenstrom identifizieren, der unaufhörlich durch ihren Kopf jagt. Der Denker ist da!
 
In dem Moment jedoch, in dem Du erkennst, daß Du nicht "der Denker" bist, identifizierst Du Dich nach und nach nicht mehr mit dem Ego. Jedes mal, wenn Du den Denker und sein Wirken ertappst wird das Ego ein Stück kleiner. Dann beginnst Du bewusst zu werden und Dein Leben wird (!) sich ändern.

Ego, Identität und ICH.