Religionen:die Grundlagen"Wahrscheinlich gibt es keinen Gott, deshalb entspannt euch und genießt das Leben!" Diesen Spruch hatten einige Freidenker vor ein paar Jahren in Spanien und England auf Busse und Häuser gemalt, und das trifft so ziemlich den Nagel auf den Kopf. 2009 wurde die gleiche Aktion in deutschen Großstädten verboten, ein Schelm der böses dabei denkt.... Das Buch "Der Name der Rose" von Umberto Eco be- schreibt sehr deutlich, auf welchen Fundamenten diese Religionen stehen - nämlich auf dem Verbreiten von Angst und Schrecken, der Ausübung von Macht und der Anhäufung von Reichtümern auf Kosten der Gläubigen. Kirchengegner wurden auf grausamste Art durch die Inquisition eleminiert, heute arbeitet man genau so effizient mit anderen "Methoden". Mittelpunkt der o.g. Geschichte ist die Bibliothek eines Benediktinerklosters, die in einem Turm untergebracht war. Die Bücher waren nach Wichtigkeit geordnet - je höher die Etage, desto wichtiger die Werke. Die Wichtigsten waren ganz oben, Zutritt war aber verboten, und sie wurden von einem uralten, blinden Abt bewacht. Jeder, der diese Bücher las, wurde von ihm umgebracht. Was waren das für Werke, die so gefährlich waren, dass sie niemand lesen durfte? Nun, es waren humorvolle Werke, also Bücher, die die Menschen zum Lachen brachten! Im Roman ist das eher eine Grusel-Geschichte. Eco wollte damit aber aufzeigen, um was es geht: nimm den Menschen die Freude, nimm ihnen ihre Lebendigkeit, damit sie unglücklich werden und verkaufe ihnen einen Ersatz dafür. Lachende Menschen sind glücklich und deshalb für Religionen unbrauchbar! Das ist der Kern. Ich wurde streng katholisch erzogen und habe an hunder- ten von "Gottesdiensten" (bereits die Bezeichung ist paradox) teilgenommen - was ich nie gesehen habe, waren lachende Menschen. Dafür habe ich jede Menge Traurigkeit und pseudo-Heiligkeit erlebt nach dem Motto: je demütiger und leidvoller desto heiliger. Wahnsinn! Menschen werden immer "guter" je mehr sie leiden, weinen und sinnlose Phrasen nachplappern wie Papageien. Die Welt der Religionen existiert nur in dieser leidvollen Zwischenwelt. Deshalb verursachachen sie noch mehr Leid, noch mehr Elend, damit sie selbst existieren können. Und das alles im Namen irgend eines Gottes unter einem Mäntelchen schöner Worte. Der heutige Mensch ist die Frucht von Samen, die vor tausenden von Jahren gesät wurde und seitdem immerzu gehegt wurde. Die Frucht ist bitter, sie ist konfliktgeladen und haßerfüllt. Ich kenne keine Religion, die das Leben bejaht - im Gegenteil, der Tod wird verehrt. Alle religiösen Schriften beschäftigen sich mit dem was nach dem Tod kommt - mit dem Himmel, mit "Erlösung", Nirwana. Sie verspechen das Paradies (die eigene Erfindung also!) wenn du den Weg beschreitest den sie dir zeigen. Und der Trick dabei ist, dass sie die Wahrheit ihrer Thesen nicht zu beweisen brauchen, denn von "drüben" ist selten jemand zurück gekommen. Welch ein genialer Schachzug! Wahre Religion ist kein Verzicht auf das Leben, sondern eine Treppe, auf der man tief ins Leben einsteigen kann. Wahre Religion kehrt nicht vom Leben ab, sie öffnet die Augen voll und ganz für das Leben, es ist die Bezeichnung dafür, dass man das Leben voll und ganz annimmt. Sie ist totale, schrankenlos offene Begegnung mit dem Leben. Unter diesen Gesichtspunkten ist Tantra sehr religiös ohne Religion zu sein - aber ganz ohne Tempel, Priester, Makler und Seelenverkäufer.
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