Tantra, Zen und Yoga Die beiden Hauptlinien des Tantra sind das hinduistische (Indien) und das buddhistische Tantra (Tibet). Die Ursprünge des buddhistischen Tantra reichen zurück bis Gautama Buddha. Buddha brachte der Menschheit die Meditation, und Meditation strebt nach höchstem Bewußt- sein. Somit ist klar, um was es auch im Tantra geht: um Bewußtsein - um das Leben im Augenblick, dem Sein. Einfach ausgedrückt: Meditation und Tantra sind identisch. Aus der Nachkommenschaft von Buddha haben sich zwei Linien gebildet, die seine Lehre in die Welt trugen. Ein direkter Abkömmling aus einer Linie war Saraha, der den tantrischen Zweig des Buddhismus gründete. Ein anderer war Bodidharma, der Begründer des ZEN. Bodidharma eroberte China, Korea, Japan - Saraha eroberte Tibet. Der Dalai Lama bezeichnet sich selbst als Tantriker, was nur logisch ist. Die Tantriker haben herausgefunden, daß Spiritualität und Sexualität die beiden Seiten der gleichen Medaille sind. Das bedeutet, dass das Erfahren des Göttlichen sowohl über Sex und Liebe als auch über Bewusstsein / Meditation möglich ist. Das hinduistische Vamacara Tantra sowie die tantrische Form des tibetischen Buddhismus gehen den (direkten) Weg über die Sexualität - symbolisiert durch die Götter Shiva und Devi/Shakti. Sexuelle Ekstase und Liebe sind direkte Wege zum Göttlichen und für die meisten Menschen erfahrbar ohne daß sie sich auf einen speziellen spirituellen Weg begeben müssen. Tantra sagt: sei gelöst und natürlich, lass dich treiben wie ein Fluss, sei wach und spontan. Kämpfe nicht mit dir selbst, zwänge dich nicht in Strukturen, in einen Panzer aus Moral und Dogmen. Diszipliniere dich nicht, sonst wird aus deiner Disziplin eine Fessel. Lebe von Augenblick zu Augenblick und genieße das Leben mit allen Sinnen, denn Tantra ist grenzenlose Freiheit. So sei es.
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