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Tantra.

Tantra in seinem ursprünglichen Konzept ist eine Wissen- schaft des Bewusstseins, die spezielle Ideen, Übungen und Techniken benutzt. Es ist also keine simple Lebensphilo- sophie, wie man das so oft hört und liest.

Tantra setzt sich aus zwei Sanskrit-Worten zusammen. Der erste Wortteil von Tantra ist
tanoti und heißt ausdehnen. Der zweite ist trayati und heißt befreien. Tantra bedeutet Ausdehnung und Freisetzung: Ausdehnung des Bewussteins und Freisetzung von Energie. Energie und Bewusstsein sind die Hauptbestandteile jeder Lebensform. Damit Entwicklung stattfinden kann, müssen Bewusstsein und Energie zusam- men wirken, sich gegenseitig unterstützen.
 
Der Körper ist verdichtete Energie und der Geist ist Ausdruck des Bewußtseins. Obwohl wir unseren Körper als materiell wahrnehmen, sagt uns Tantra, dass er eine andere Mani- festation von Energie ist, die von Bewusstsein unterstützt wird. Könnten wir durch ein Super-Mikroskop in unseren Körper blicken, würden wir hinter dem "festen" Körper im Inneren den Atomkern als reine Energie erkennen (was die moderne Wissenschaft mittlerweile bestätigt hat). Darüber hinaus sagt Tantra: jede Materie ist verdichtete Energie
und Bewusstsein!

Diese These stützt die Geschichte von einem Musiker und einem Mädchen, die in der englischen Presse für Aufsehen sorgte. Dany - so hiess der Musiker - nahm einen neuen Song im Studio auf. Auf dem Weg nach Hause verunglück- te er tödlich. Zeitgleich wartete besagtes Mädchen im Kran- kenhaus auf ein Spenderherz, und Dany hatte glücklicher- weise seinen Organspender-Ausweis bei sich.
 
Lange nach der OP schenkte der Vater des Mädchens seiner Tochter die mittlerweile auf den Markt gekommene CD von Dany, damit sie weiss von wem sie das Herz bekommen hat. Nach den ersten Tönen kannte sie jedes Wort eines jeden Liedes, ohne jemals davon gehört zu haben - so als ob sie selbst diese Songs geschrieben hätte. Dies ist nur erklärbar, wenn jede Zelle auch Bewusstsein enthält und bei der Transplantation  übertragen wurde!
Yoga lehrt uns, daß es im Körper verschiedene Schichten von Bewusstsein und Energie gibt. Diese Schichten sind wie feinstoffliche Körper innerhalb des physischen Körpers. Wir alle kennen Milch. Aus Milch lässt sich Butter, Yoghurt und Käse machen, einfach dadurch daß Milch einen bestimm- ten Prozess durchläuft. Beim Betrachten der Milch lässt sich davon aber nichts sehen. Auch unser physischer Körper ent- hält unsichtbare Elemente.
 
Der materielle Körper ist nichts als ein Behälter und inner- halb dessen befindet sich der Energiekörper. Es gibt auch noch den geistigen, den mentalen Körper. Die Erfahrung die -ses Körpers ist das Bewusstsein, danach kommt die Erfahrung spiritueller Natur.

Tantra versucht alle fünf Ebenen zu entwickeln: Materie, Energie, Geist, Bewusstsein und Spiritualität. Im Laufe der Zeit sind spezielle Techniken entstanden, die diesen Pro- zess unterstützen und ermöglichen.

Die wichtigste tantrische Übung ist Yoga (die
Asanas, das sog. Tantra Yoga), weitere Techniken sind Mantra, Yantra und Mandala. Der mentale Aspekt ist das Mantra, damit wird der Geist frei vom Ego. Das Yantra gibt der Energie einen Rahmen, diese ist als Shakti, als Antriebskraft bekannt. Shakti als Energie und Shiva als Bewusstsein bilden das Fundament von Tantra.
 
Dieses Shiva-Shakti Prinzip wird auch das männlich/weib- liche Prinzip genannt. Shiva und Shakti müssen sich ver- einigen, damit Erfüllung im Leben erfahrbar wird. Dies wurde oft dahingehend interpretiert, dass Sex bzw. der Koitus das Hauptthema von Tantra sei. Es geht aber primär um die Vereinigung der beiden
Kräfte Shiva und Shakti, also Bewusstsein und Energie. Einige tantrische Linien wie z.B. das Vamacara Tantra setzen diese Aspekte auch körperlich als Vereinigungsritual um, aber immer als sakraler Part einer puja und nicht als einzelnes Event.
 
Yoga macht uns bewusst für Körper und Geist - es bringt beide in Harmonie, so dass körperliche und spirituelle Erfahrungen gemacht werden können. Yoga, Zen oder andere Meditationssysteme sind erste Meilensteine auf dem Weg zu Tantra. Anders ausgedrückt:
dort, wo Yoga aufhört, geht Tantra den Weg einfach weiter.