Vigyan Bhairav Tantra.

Vigyan Bhairav Tantra ist eine 5000 Jahre alte tantrische Schrift, die der indischen Mythologie zufolge von Gott Shiva (auch Bhairav genannt) der Welt überbracht wurde. Diese Schrift enthält 112 Meditationstechniken für ein höheres Bewusstsein. Was ist mit Bewusstsein gemeint?

Der Geist ist ein Denk-Mechanismus, der immer in Bewegung bleiben muss. Immerzu sucht er etwas, immer verlangt er etwas – er denkt! Sein Ziel ist die Zukunft oder die Vergangenheit. In diesen Moment aber kann er nicht eindringen, denn der Geist braucht die Zeit, um sich zu bewegen, er kann nicht still stehen. Stillstand ist der Tod des Geistes und somit auch des Ego, es löst sich auf im Augenblick. Deshalb können Geist und Realität nie zusammenkommen, denn der Geist existiert nur in dem was nicht ist.

Alle unsere Sinne funktionieren nur in der Gegenwart: in diesem Moment. Alle tantrischen Techniken holen unseren Geist aus Vergangenheit oder Zukunft in diesen Moment zurück. In diesem Moment sind wir dann vollkommen bewusst, keine störenden Gedanken, wir verschmelzen mit der Wirklichkeit.

Wie kommen wir in diesen Moment? Shiva gibt uns Techniken, Werkzeuge, Methoden. Nutze sie, und plötzlich findest Du Dich im Hier und Jetzt wieder. Dein Hier-und-Jetzt- Sein ist die Wirklichkeit, ist Bewusstsein. Eine sehr einfache, aber effektive Technik ist z.B. die Nutzung des Atems. Tantra arbeitet sehr viel mit dem Atem als Methode und auch das Vigyan Bhairav Tantra beschreibt ausführlich alle Atemtechniken. Warum aber hat der Atem eine solch enorme Bedeutung?

Dein Atem ist die Brücke zwischen Dir und Deinem Körper, er verbindet Dich mit Deinem Körper. Dein Geist ist das Feinstoffliche, Dein Körper das Grobstoffliche. Er ist somit eine Brücke zwischen Dir und dem Universum, denn Dein Körper ist Teil des Universums, jedes Teilchen, jede Zelle. Der Körper ist der Zugang zum Universum und der Atem ist die Brücke. Wenn die Brücke unterbrochen ist, bist Du nicht mehr im Körper, bist Du nicht mehr im Universum. Dann gehst Du in eine unbekannte Dimension, dann befindest Du Dich nicht mehr im Raum und in der Zeit. Durch bestimmte Atemtechniken wirst Du in der Welt sein und zugleich jenseits von ihr.

Der Atem hat zwei Pole – der eine ist dort, wo er den Körper und somit das Universum berührt, und der andere dort, wo der Dich berührt und damit das, was über das Universum hinaus geht. Aber wir kennen nur den einen Teil des Atems. Wir kennen Ihn nur dort, wo er ins Universum, in die Materie, in den Körper geht. Aber er geht jedes Mal vom Körper zum Nicht-Körper, vom Nicht-Körper zum Körper.

Yoga arbeitet ebenfalls mit dem Atem, aber die Techniken von Yoga und Tantra unterscheiden sich grundsätzlich. Yoga will das Atmen systematisieren, das macht Dich gesünder. Im Tantra geht es aber darum, den Atem als Mittel zu nutzen, um in das Hier und Jetzt zu gelangen, das ist ein völlig anderer Ansatz. Buddha hat damit gearbeitet, und Buddhas Erwachen beruhte völlig auf dieser Technik.

Shiva´s 112 Meditations-Techniken wurden für Menschen einer anderen Kultur in einer anderen Zeit entwickelt. Heute gibt es Methoden, die besser auf den modernen, westlichen Menschen mit seiner völlig anderen Lebensweise abgestimmt sind. Die meisten davon wurden im Osho-Meditation-Center in Poona (Pune) in Indien in den 1970er Jahren kreiert und sind sogenannte „Aktive Meditationen“. Du musst herausfinden, welche Meditation für dich am leichtesten praktizierbar und am wirkungsvollsten ist. Das funktioniert aber nicht mit Theorie, sondern nur mit der Praxis!

In Berlin gibt es das ehemalige Osho Zentrum MAUZ – dort hast du ein große Auswahl an Angeboten der unterschiedlichsten Art.