Vorwort.

Seit der Mensch denken kann ist er auf der Suche nach Glück und Erfüllung, nach einem Leben im Einklang mit seiner Natur. Meistens jedoch fühlen wir uns gehetzt und wie auf der Flucht, wir stehen unter Leistungsdruck und glücklich sind wir eher selten. Die technisch am höchsten entwickelten Kulturen haben die meisten Krankheiten, die am stärksten steigende Sparte ist die der Psycho-Therapeuten. Statistisch gesehen geht sogar jeder vierte US Amerikaner regelmäßig zu einem Psychologen.

Die moderne Wissenschaft sagt, daß unser Hirn das größte Problem darstellt. Es ist nicht der Mangel an Intellekt oder Wissen – im Gegenteil, der Überschuß an Denkmaterial ist die Wurzel allen Übels. Es ist der Verstand, „der Denker“, der uns permanent mit Dingen beschäftigt, die uns nicht zur Ruhe kommen lassen. Er vergleicht ständig, ob etwas gut oder schlecht ist, richtig oder falsch, schön oder hässlich… ob es jetzt gerade „in sein Schema passt“. Und der größte Irrtum ist: wir glauben daß wir der Denker sind!

Der Verstand ist ein Sammelbecken von Input aus dem was wir irgend wann einmal gehört, gelesen oder selber erfahren haben. Aber: 90 Prozent dieser Speicherdaten nicht unsere eigenen Erfahrungen, sondern die Erkenntnisse, Meinungen und Erwartungen Anderer. Kurz: wir sind im Prinzip lebende Bedienungsanleitungen, einzig und alleine dazu verfasst damit wir in der Gesellschaft funktionieren. Fatalerweise bleiben WIR dabei auf der Strecke!

Es ist gut, daß wir einen Verstand haben, nur: wir gebrauchen ihn nicht – er gebraucht uns, und zwar rund um die Uhr, selbst im Schlaf! Das ist die Krankheit! Wir können nicht einfach sagen: „jetzt denke ich nicht!“ Das, was ein Werkzeug sein sollte, hat vollkommen die Macht übernommen. Der Denker bestimmt unser Leben, die Gegenwart spielt dabei aber keine Rolle – er ist sogar auf der Flucht davor. Die meiste Zeit verbringt er in der Zukunft, mit Hoffen, mit Wünschen und dem Streben nach Veränderung. „Wenn dies und das wäre, dann wäre ich glücklich!“ Und manchmal passiert es dann tatsächlich. Für kurze Zeit ist alles schick, doch dann begibt er sich wieder auf die Suche …

Der Verstand und somit das Ego hindert uns daran im Augenblick zu sein, denn er pendelt stets zwischen Zukunft und Vergangenheit hin und her, damit er existieren kann. Es gilt also, diesen ständigen gedanklichen Fluss von Zukunft und Vergangenheit zu unterbinden, damit wir mit dem Sein, also dem wahren Leben verbunden sind. Vergangenheit ist nur die Erinnerung an einen Moment, der einmal die Gegenwart war und die Zukunft existiert nur durch die Projektion unseres Denkapparates. Das einzige, was tatsächlich existiert, ist die Gegenwart, ist dieser Moment. Das So-Sein ist Stille – es ist der Tod des „Denkers“ und damit auch des Ego.

Wie aber gelangt man in die Gegenwart, ins Hier-und-Jetzt? Wie kommen wir in einen Zustand der Gedankenleere? Diese Fragen haben sich alle Sucher gestellt. Es haben sich Wissenschaften entwickelt, die unterschiedliche Methoden, Techniken, entwickelten. Zu diesen Systemen gehören Zen, No-Mind, Yoga, Tantra, nur um einmal die bekanntesten zu nennen. Es sind Wissenschaften des Bewusstseins, es sind Meditationssysteme.

Tantra, Yoga und Zen gehen weit über das Denken hinaus. Tantra ist das umfassendste, ganzheitlichste System von allen und trotzdem lässt es sich am einfachsten praktizieren, weil es exakt der Natur des Menschen entspricht!

Wie können wir effektiv Tantra bzw. Bewusstheit in unseren täglichen Zyklus integrieren ohne große Einschnitte in unserem Leben zu machen? Der erste Schlüssel dazu ist, in dauerhafter Verbundenheit mit dem Körper zu sein. Wir können wahlweise die Micromeditationen praktizieren oder auf einfachste Art unser Inneres mit dem Äusseren verbinden:

Richte Deine Aufmerksamkeit in Deinen Körper. Stelle dir vor, du würdest deinen Körper von oben sehen und durch deinen Bauchnabel nach innen schweben. Jetzt bist du drinnen angekommen, spüre nun das feine Energiefeld in dir. Kannst du das fühlen? Bleibe eine Weile bei deinem Energiekörper und spüre die feinen Schwingungen. Nun versuche beides gleichzeitig zu fühlen, das Energiefeld innen und deinen Körper von außen. Wenn du das geschafft hast, bist du im Hier und Jetzt verankert. Tue dies so oft Du daran denkst bis es mit Leichtigkeit geschieht. Dann wird mit der Zeit aus einer Quelle ein Bach, daraus wird ein Fluss und irgend wann ein reißender Strom, der sich in den Ozean ergießt!