Tantra das spirituelle Bindeglied für den modernen Menschen

Reliefs an einem tantrischen Tempel in Kajuraho, Indien

Reliefs an einem tantrischen Tempel in Khajuraho, Indien

Der moderne Geist ist vollkommen anders als derjenige von vergangenen Zeiten und Kulturen. Er ist praktisch, schnell und aggressiv. Dem gegenüber steht seine Sehnsucht nach Spiritualität oder Religion. Er sucht Orientierung in religiösen Idealen und Grundsätzen, kann diese aber nicht dauerhaft umsetzen, weil sie überhaupt nicht seinem genetischen Muster und seinen Lebensumständen entsprechen.

Der Mensch braucht einen spirituellen Weg, der im Einklang mit seiner Natur und Umfeld steht. Das moderne Bewusstsein ist ein tantrisches, es ist ungeeignet für Puritanismus und Askese, wie es viele spirituelle System verlangen. Der Mensch mag Komfort, gutes Essen, Musik, Parties und Sex. Die Meisten bekommen physische, emotionale und mentale Probleme, wenn sie diese Dinge nicht bekommen.

Die meisten spirituellen Systeme und besonders die Religionen Islam, Judentum und Christentum verurteilen alles Körperliche, deshalb führen sie zwangsläufig in eine Sackgasse. Wenn Gedanken, Gefühle, Sex und Sehnsüchte unterdrückt werden, dann verhindert man damit auch seine spirituelle Entwicklung. Dies führt zu Schuldgefühlen, und das sind die größten Hindernisse im spirituellen Leben. Die gesamte Strategie der christlichen Kirche beispielsweise ist auf Leid, Sünde, Buße und SCHULD aufgebaut.

Buddha sprach vom mittleren Weg: „bleib in der Mitte, gehe nicht nach links oder rechts“. Er meinte damit alles Extreme. Rein materiell zu sein ist so extrem wie rein spirituell zu sein. Genau in diesem Sinne muss der Mensch das materielle und körperliche Leben mit dem spirituellen Leben verbinden, nur dann ist Erfüllung möglich.

Stattdessen wurden zwei Bereiche geschaffen, den materiellen und den spirituellen. Wenn du dich nur mit dem materiellen Leben identifizierst, wirst du psychotisch, neurotisch und frustriert. Wenn du das körperliche Leben ignorierst und ausschließlich spirituell interessiert bist, dann entsteht ebenfalls eine Blockierung. Deshalb sollte dein spirituelles Leben im Einklang mit deiner Natur und deinem äußeren Leben sein.

Tantra ist der Weg des spirituellen Lebens in unserer modernen Gesellschaft. Wenn er nicht danach lebt, entfernt sich der Mensch immer weiter von seiner Natur und schafft eine Gesellschaft mit Extremen. Wo beispielsweise Askese verlangt wird, entsteht zwangsläufig das andere Extrem: ein ausschweifendes Leben. Es muss also einen Mittelweg geben, durch den die Bedingungen der Gesellschaft und der Familie verbessert werden.

Tantra kann innerhalb des Familienlebens gelebt werden. Die sexuelle Verbindung zwischen Mann und Frau ist sogar notwendig, um spirituell zu wachsen. Die Sexualität ist die stärkste Kraft im Menschen, und niemand ist im Stande dieser Ur-Kraft zu entsagen. Dieser Trieb ist im Körper, im Bewusstsein und im Unterbewusstsein, er drückt sich durch das Verhalten aus, und wenn nicht dort, dann in den Träumen oder in einem anormalen psychotischen Verhalten. Dieser Trieb ist immer da, du kannst ihn nicht loswerden, egal wie sehr du dagegen ankämpfst. Also musst du deine Bedürfnisse respektieren, sonst bleibst du dabei auf der Strecke. Tantra tut dies, die tantrische Linie roten Tantra hat die Sinnlichkeit und Sexualität sogar in hohem Maße kultiviert.

Tantra schreibt dir nicht vor, was du zu tun oder zu lassen hast. Tantra sagt dir nicht, wie du dein Leben zu führen hast. Tantra verbietet dir auch nicht, ein komfortables Leben zu führen. Wozu auch? Die technische Entwicklung hat ja durchaus auch Vorteile und kann uns das Leben angenehmer und einfacher machen.

Tantra sagt nur: „Sei bewusst in Allem was du tust. Sei dir bewusst, dass alles außerhalb von dir dich auf Dauer nicht glücklich machen wird. Du kannst den Grundpegel deiner Zufriedenheit nur erhöhen, in dem du nach innen schaust“.